Und wenn ich heute auf die Ausführungen meines verehrten Herrn Vorredners Dr. Heller reagiere, so muß ich sagen, warum behauptet Herr Dr. Heller, daß er von seinem Standpunkt, beziehungsweise vom Standpunkt der deutschen Sozialdemokraten niemals in ein Kompromiß einwilligen wird, wenn darin die bürgerlichen Parteien sitzen? Schauen Sie Ihre èechischen Kollegen an! Sie haben diesen Standpunkt nicht vertreten. Sie waren in einer Koalition und ich bin überzeugt, sie kommen wieder in eine bürgerliche Koalition. Warum Sie sich gerade verschliessen, warum gerade Sie mit den bürgerlichen Parteien weder ein Kompromiß noch sonst etwas eingehen wollen, ist hier doch nicht ganz klar. Wenn Sie auf andere Staaten sehen, so werden Sie wissen, daß Sie sich nicht gescheut haben mit den Agrariern, den verrufenen Agrariern in einer Koalition zu sitzen. (Vykøiky. Wien!) Dort ist dasselbe. Dort sitzen die Christlich-Sozialen mit den Sozial-Demokraten in einer Koalition. Möge dem sein, wie immer, die Zeit bestimmt die Verhältnisse, Andere Zeiten, andere Männer, das war schon immer so und das ist der circulus vitiosus, der wiederkehren wird und wir werden das auch nicht ändern können. Ich glaube, wenn wir unsere Situation ernst nehmen, - und ich bin der Ansicht, der Senat ist in erster Reihe dazu berufen, die politische Situation etwas ernster zusammenzufassen, als es vielleicht gewisse junge Agitatoren in ihrer Weise tun, - ich glaube, wir müssen denn doch, ob wir wollen oder nicht - das sind wir, und Sie auch Ihrem Volke schuldig - zu geregelten Verhältnissen kommen, wie Sie zu Verhältnissen kommen müssen, daß Sie in der deutschen Schule nicht eine Feindseligkeit sehen. Sie müssen einsehen, daß wir, wenn wir in irgend einer Frage verlangen, in einem Ausschuß, daß uns ein Beamter das deutsch sagt, was wir leider nicht verstehen können, wenn nur èechisch gesprochen wird, daß das nur billig ist. Wenn Sie die politischen Parteien unserer Seite abgehen und fragen, wieviel von unseren Leuten èechisch verstehen, so werden Sie finden, daß bei mancher Partei nicht ein einziger, bei einem anderen Klub einer oder zwei die èechische Sprache verstehen. Also: Wollen Sie den Staat, so müssen Sie auch in dieser Sache eine technische Frage lösen mit Rücksicht auf die Verhältnisse. Wenn Sie uns vorhalten: >Ihre Herren in Wien haben ja mit uns auch nicht èechisch geredet,< - nun, wenn wir 200 Jahre in dem èechischen Staate sein werden, so werden unsere Vertreter auch èechisch können. (Místopøedseda Klofáè pøevzal pøedsednictví.) Bei Ihnen war es der Fall, daß die meisten Ihrer Vertreter deutsch verstanden, haben. Bei uns ist aber das Gegenteil, der Fall wir verstehen Sie nicht und es ist eine Verhandlung im Ausschusse oder in einer Obmännerkonferenz unmöglich, wenn wir nicht einmal verstehen, um was es sich handelt. Das ist kein Entgegenkommen, oder nationale Lauheit Ihrerseits, wenn Sie uns diese kleine Konzession machen, es ist keine Konzession, es wäre eher eine Konzession an die èechische Seite, daß wir uns mit Ihnen verstehen können. Von diesem Standpunkte aus muß es Ihnen leicht sein, alle Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, die uns in diesem Falle entgegenstehen, wenn wir überhaupt miteinander arbeiten wollen. Wollen Sie mit uns arbeiten, so ist wieder die Voraussetzung, wenn Ihr Staat bestehen und prosperieren soll, daß Sie die Arbeit mit der anderen Nation nicht bloß wollen, sondern sie auch suchen. Ich glaube, auch in dieser Frage wird ein Weg zu finden sein, wenn auf der anderen Seite ein Wille sein wird.

Wir hätten alle Ursache in diesem Hause der Gesetzgebung, also sowohl im Parlamente als hier, uns lediglich mit wirtschatlichen Fragen zu beschäftigen. Es harren so viele Fragen einer Besprechung, einer Gesetzwerdung! Ich will nicht von mir allein reden, - vom landwirtschaftlichen Standpunkte hätten wir eine Unzahl brennender Fragen zu lösen - denn die Zeit erfordert auch Reformen und ich kann Ihnen nur sagen, daß wir auf jeden Fall bereit sind, solche Reformen auf allen Gebieten der landwirtschaftlichen Organisation zu unterstützen, sie dem Zug der Zeit folgend, zeitgemäß umzugestalten. Wir wollen niemanden ausgeschlossen wissen. Es ist uns oftmals zum Vorwurf gemacht worden, daß wir in unseren landwirtschaftlichen Organisationen, sei es im Genossenschaftsverband, sei es im Landeskulturrat oder wo immer, oder in den landwirtschaftlichen Vereinen, den Bezirksorganisationen, die Kleinbauern oder Landarbeiter nicht drin haben wollen. Ich erkläre hier dezidiert: Es ist besser, wir haben die Landarbeiter und die Kleinbauern in unserer Organisation, als wir haben sie draußen. Das ist eine Aufforderung an die deutsche sozialdemokratische Partei! Wollen Sie diesen Weg mit uns gehen, uns sehen Sie zu Verhandlungen bereit. Es ist viel schwieriger, - wenn ich nur ein Beispiel anführe, - Lohnfragen zu regeln, wenn zwei politische Parteien auf einander platzen. Es ist viel klüger und leichter, wenn wir in unseren wirtschaftlichen Organisationen die Landarbeiter drin haben und Ihre Laute mit uns sich zusammensetzen würden, selbstverständlich paritätisch, und sagen würden: Nun wollen wir in dieser Frage einmal etwas aus der Welt schaffen, was uns geradezu in Gefahr bringt. Man kann in einer Fabrik streiken, das gebe ich zu. Die Fabrik bleibt stehen, der Arbeiter geht fort und die Geschichte ist geschehen. Bei der Landwirtschaft können wir es nicht zum Streik kommen lassen und jeder ehrliche Staatsbürger sollte an die Katastrophe denken, die ein Streik der Landarbeiter für die Ernährungsfrage bedeutet, kein ehrliche Staatsbürger kann einen solchen Streik billigen. Die Freiheitsrechte der Arbeiter, das der Koalition u. s. w. soll unangetastet bleiben. Auch sie sollen Vereinigungen haben, sie sollen ihre Lebensinteressen verteidigen, wie die anderen, niemand wird auch das geringste Bedenken, dagegen haben. Aber durch gewissenlose Menschen darf die Sache nicht zu einer Katastrophe getrieben werden. Man kann nich sagen: Jetzt werden wir halt 8 Tagen nicht arbeiten. Denn, wenn wir diese 8 Tage Arbeit unterlassen - wir arbeiten in Gottes freier Natur und man kann sich das Wetter nicht vorschreiben -- dann ist die ganze Ernte weg. Und wenn an schonen Tagen, wie heuer in einzelnen Bezirken der Betrieb still gelegt wird zum Schaden nicht bloß... (Sen. Link: Warum wurden sie stillgelegt? Weil die Landarbeiter unzufrieden waren!) Aber! Unzufrieden! Wir sitzen ja drinnen in diesem Schiedsgerichte. Als wir die Sache gelost haben, haben wir uns gewundert, wieso es überhaupt zu dem Streik kommen konnte. Und wenn auf der anderen Seit gesagt wird: Uniformierung und Reglementierung der Arbeitszeit, so können Sie das für die Beamten machen. Siel können Amtsstunden bestimmen, für die Fabriksarbeiter feste Stunden ansetzen; die sitzen unter einem Dach und in geschützten Räumen. Bei der Landwirtschaft ist es unmöglich, daß wir den Stundentag einführen, bei uns muß der Grundsatz gelten, wir müssen dann arbeiten, wenn es die Natur zuläßt, wir müssen an einem solchen Tage, wo die Sonne scheint und die Ernte zu bergen ist, mehr arbeiten, weil wir an anderen Tagen, wo es regnet, nicht arbeiten können. Dann können wir eventuell auch Feiertage geben, so viel Sie wollen. Bei einer vernünftigen Auseinandersetzung über diese Frage werden wir uns ganz bestimmt treffen und finden. Man kann nie dasselbe, was für die Beamten oder die Fabriksarbeiter gilt, anwenden auf die Landwirtschaft. Sie sehen, daß wir eine Unzahl solcher Fragen zu besprechen hätten und ich weiche kei ner Frage aus, mögen die Gegensätze noch so sehr gegen einander stehen. Aber ich sage immer: Dort, wo man den Weg der Verhandlungen betreten wird, dort wird man auch den Weg zu einer Verständigung, zu einem Kompromiß finden, sei es auf wirtschaftlichem Boden, sei es auf politischem auf kulturellem oder sozialem Gebiete. Wir sind gewiß keine Feinde der Arbeiter und ich glaube, kein Moment spricht dafür. In allen Fragen, ohne daß uns die Staatsgewalt dazu verpflichtet hat, haben wir sowohl die Unfallversicherung, als auch die Krankenkassa für unsere Landarbeiter gefordert, weil es ein soziales Unrecht ist, wenn man gerade die Landarbeiter ausschließt. Ich sage das auch, nicht aus Popularitätshascherei, wie die Herren glauben, ich sage auch etwas anderes, wenn es sein muß, auch wenns mich unpopulär macht. Es ist das größte Unrecht, daß man gerade denjenigen Arbeiter, der den Witterungsverhältnissen am meisten ausgesetzt ist, der die schwerste physische Arbeit leisten soll, der Wohltat der Sozialversicherung am aller wenigsten und zu allerletzt zu teil werden ließ und daher haben wir gesehen, daß der Landarbeiter das Land hauptsächlich deswegen geflohen ist, weil er sich gesagt hat: Ich soll hier ewig der Landarbeiter bleiben, der andere ist gegen Krankheit wenigstens so weit gefeit, daß er wenigstens den Arzt und die Apotheke hat. Auf der anderen Seite, wenn ihm ein Unfall bei uns passiert, hat man nur die Betriebe mit Motorbetrieb als unfallsversicherungspflichtig erklärt. Sagen Sie mir: Der Knecht, der einen Stier herausläßt, ist der weniger in Gefahr als der, der eine Säemaschine bedient? Über diese Frage also sind wir uns vollkommen klar. Die Landflucht ist eine Erscheinung der Zeit, und wenn die Landarbeiter so wenig von der Staatsfürsorge haben, daß sie weder die Krankenkassen, noch die Unfallsversicherung haben und - das ist das allerwichtigste - für ihren Lebensabend gesichert sind, vor Not und Elend durch die Altersversicherung, dann dürfen Sie es den Leuten nicht übel nehmen, wenn Sie das Land fliehen und in die Stadt gehen, wo sie eine bessere soziale Fürsorge gemessen, als bei uns auf dem Lande.

Dann sage ich noch etwas an die èechische Regierung: Wenn Sie in Prag herumgehen, so muß es Ihnen doch auffallen, daß täglich tausende von slovakischen Landarbeitern hier davonlaufen und nach Amerika verschwinden.

Hat die Regierung schon darüber nachgedacht und haben die berufenen Parteien darüber nachgedacht, welche Ursachen dem zu Grunde liegen müssen, wenn die Slovaken, die gewiß ein gesundes arbeitsfreudiges Volk darstellen, nach Amerika und nach Argentinien auswandern? Denken wir darüber nach, daß der größte Reichtum und der größte Schatz eines Volkes und eines Staates sein arbeisfreudiges Volk ist, das zu erhalten gewiß notwendig wäre. Es wäre wünschenswert, darüber nachzuforschen, was denn vorgekommen ist, daß soviele slovakische Landarbeiter einfach nach Amerika übersiedeln. (Sen. dr. Kovalík: Budeme míti starost, aby tu zostali!) Wir sehen diese Erscheinung nicht blos in der Slovakei, wir sehen sie auch, wenn auch vielleicht nicht so arg, in den entvölkerten Gebieten des Böhmerwaldes. Auch dort sehen wir es und ich sage es muß doch der Behörde auffallen, daß gewissenlose Agenten, Dorfkrämer u. s. w. zur Auswanderung animieren, hauptsächlich nach Deutschland und zum Teile über den Ozean. (Sen. Link: Vielleicht verhungern die armen Leute im Böhmerwald, vielleicht sind die Schwarzenberge daran schuld, die alte Regierung und die jetzige!) Ja gewiß, es wäre Pflicht der Behörden, darüber nachzuforschen, was eigentlich für ein Grund vorhanden ist, daß diese Leute nicht in diesem Lande bleiben, - das ist doch ihre Heimat, wo sie durch Jahrhunderte und Generationen gelebt haben, - daß sie so leichtsinnig die Heimat verlassen und in das Ungewisse über dem Ozean drüben ein neues Arbeitsfeld suchen.

Das, meine Herren, sollte, denn doch den berufenen Faktoren dieses Staates die Aufgabe zuweisen, diese Bewegung vielleicht wenigstens zu studieren und vielleicht darnach zu handeln, daß diese Menschen auch eine gewisse Befriedigung und eine gewisse Zufriedenheit in diesem Staate erhalten, der ja ihre Heimat ist. (Sen. A. Friedrich; Dieses Problem wird aber der jetzige kapitalistische Staat nicht lösen!) Wir wollen ja nicht, daß die kapitalistische Staat das Problem löst, sondern wir wollen, wir haben das schon wiederholt gesagt, mit Ihnen im Wege eines Kompromisses diese Frage lösen. Aber wenn Sie, die deutschen sozialdemokratischen allein diejenigen sind, die sagen, es gibt kein Kompromiß mit den bürgerlichen Parteien und in Österreich haben Sie gesehen, daß die Christlichsozialen mit den Sozialdemokraten doch ein Kompromiß hatten und hier haben Sie gesehen, daß die èechischen Sozialdemokraten in einer Koalition mit den Agrariern gesessen sind, so sagen sie doch: warum wollen Sie kein Kompromiß? Und glauben Sie... (Sen. A. Friedrich: Es hat sich nicht ausgezahlt! Výkøik: Legen Sie die Gründe dar, warum die Sozialdemokraten dies gemacht haben, da müssen Sie erst die Gründe suchen!) Ich will mich nicht auf jeden Zwischenruf so weit einlassen, weil wir zu sehr von der Hauptsache abgeleitet werden. Aber ich sehe immer, die ganze Welt beruht auf Kompromissen und Sie werden nie in der Lage sein zu sehen, daß eine einzige politische Partei mit einem Schlag die ganze Welt auf den Kopf stellt. Und ich glaube, auch die Bolschewiken in Rußland sind schon zu einem Kompromiß mit den Bauern gekommen und stehen heute vielleicht auf einem gemäßigteren Standpunkt als seinerzeit. (Sen. Friedrich: Die Bauern sind selbst Bolschewiken! Sen. Dr. Hilgenreiner: Nein! Die Bauern haken dort Privateigentum am Boden! Das ist keine Sozialisierung, das ist Privatwirtschaft!) Ich kann mir nicht denken daß, wenn Sie den ganzen Grund und Boden sozialisieren, dann die Menschen mehr zu essen hätten, ich kann mir nicht denken, daß sie dann zufriedener sein werden, aber ich kann mir ganz gut denken und so weit geht unser Standpunkt, daß es eine größere Anzahl von Kleinbauern gibt dort, wo es Latifundien gibt, wo aber die Bewirtschaftung des Großgrundbesitzes eine Unmöglichkeit ist. Ich bin selbst oben im Tepler Gebiete zu Hause, dort kann kein Großgrundbesitzer wirtschaften. Was hat der Herzog Beaufort gemacht? Er hat alle Grundstücke parzellenweise an die kleinen Leute verpachtet. Er hat allein 1800 Pächter, aber nicht seit jetzt, sondern seit Jahrzehnten, weil eine Bewirtschaftung des Großgrundbesitzes dort unmöglich ist. Und wenn die Sonne scheint, so ist es, wie wenn die Schwalben kommen, da gehen alle Leute in die Kurstädte, nach Karlsbad, Marienbad, Franzensbad, Teplitz u. s. w. und lassen den Bauern allein. Infolgedessen bekommt der Grundbesitzer keine Arbeiter. Diese Leute haben ihrer Erhaltung, ihrer Selbsterhaltung wegen den Großgrundbesitz parzellenweise verpachtet an diese Kleinbauern oder kleinen Leute und Häusler; das ist also kein Kunststück, das haben wir schon gesehen, dort ist es am Platz, daß an Stelle des Großgrundbesitzes nicht der Kleinpächter, sondern der Kleinbauer tritt. Und wenigstens produziert er soviel, als er mit seiner Familie braucht, er wird entlastet von der staatlichen Ernährungssorge und löst sich die Frage selbst. Aber dort im Tiefland wäre es geradezu ein Verhängnis, wenn man den gesamten Großgrundbesitz aufteilen, und ihn so zersplittern würde, daß überhaupt nichts herausschauen kann, denn der Kleinbauer kann ja nicht so intensiv arbeiten wie der mit allen Fortschritten der Technik und Chemie und Intelligenz ausgestattete Großgrundbesitzer. Und fragen Sie heute alle diese Leute, die die Verwaltung dieser Domamen in Händen haben, so werden Sie finden, daß auch über diese Probleme schon kein Wort zu reden sein kann. Sie werden nie diese Unmasse Rübe auf einem kleinen Betrieb erbauen. Wohl aber ist eine Teilung der Arbeit möglich bei der Viehhaltung, wo der Kleinbetrieb den Vorrang hat vor dem Großbetrieb, weil der kleine Mann das Vieh selbst of legt, besser oft wie seine eigenen Kinder. Das Kalb ist ihm oft lieber wie der eigene Sohn. Wir sehen das in der Schweiz bei den Kleinbauern. Dort hat die Viehzucht ihren hervorragenden Erfolg nur durch die sorgsame Pflege, durch die vernünftige Behandlung, rationelle Fütterung, die Aus wähl der Zuchttiere, ein Erfolg, der bei einem Großgrundbesitz mit fremden Personen nicht möglich ist. Darüber sind wir uns auch einig, daß diese fremden Personen nicht so sorgfältig sind, als der Kleinbauer, der Eigentümer selbst. Ich glaube, daß wir uns denn doch in ruhiger Erwägung der Dinge, die da kommen müssen und sollen, auf ehrlichem Wege zusammenfinden und uns sagen sollen: Wir haben eine unpolitische Beamtenregierung, die èechischen Parteien, die die maßgebenden sind, sagen wir die Sieger und die Herren, sollen sich mit der Regierung einmal zusammensetzen und sie fragen: Wie können wir diesen èechoslovakischen Staat erhalten, wie können wir ihn aufbauen? Darüber müßten wir mit den anderen Nationen, also mit den Deutschen usw. ein Wort reden und ich glaube, wir müssen uns gegenseitig entgegenkommen, wenn wir uns einmal zusammensetzen werden zu gewissen Verhandlungen; so werden wir jene scharfen Seiten, die uns so wehe tun, wiederum ausschleifen können, vielleicht im Interesse der Gemeinsamkeit. Und der Staat, dem wir angehören, den auch wir als unsere Heimat bezeichnen wollen, und wir Deutschen lieben unsere Heimat mindestens ebenso wie Sie, wir brauchen das nicht zu beweisen, wir haben diese Heimat auch im Jahre 1866 verteidigt gegen unsere deutschen Stammesangehörigen und gerade die Deutschen in diesem Lande waren diejenigen, die ihre Heimat auch gegen die Preußen verteidigt haben. Ich glaube also es kann uns kein Vorwurf gemacht werden. Und alle diese Tugenden, die das deutsche Volk hat, motten Sie zu schätzen wissen. Wenn wir in diesem Kriege mehr Kriegsanleihe gezeichnet haben wie Sie, so entspringt das einzig und allein der Liebe zu unserem Vaterlande und nicht vielleicht der Liebe zur Dynastie oder zum Militarismus. Das ist falsch. Wir haben der Kriegsfürsorge und den Waisenkindern vielleicht größere Sorgfalt angedeihen lassen wie Sie. Das ist auch keine schlechte Tugend des deutschen Volkes. Wir haben mit Aufopferung unserer eigensten Interessen Hunger gelitten, um unsere Soldaten in der Front zu befriedigen und unser Volk in der Stadt nicht verhungern zu lassen. Das ist auch nicht die schlechteste Tugend des deutschen Volkes. Ich glaube, aus ale dem werden Sie, wenn einmal dieser chauvinistische Rausch etwas vorbei ist, (Sen. Dr. Klouda; Take u vás!) bei den Èechen ebenso, wie bei uns, zusammentreten und sagen müssen: es liegt im Interesse beider Völker, die so Hervorragendes geleistet haben auf dem Gebiete der Kultur, auf dem Gebiete der Wissenschaft, nebeneinander in einem gewissen Wettbewerb zu bleiben und um unsere Existenz zu ringen. (Sen. Dr. Franta: Vám vìøíme, vy jste poctivý mu¾!). Und wenn wir in dieser Erkenntnis uns zusammensetzen zu ehrlichen Verhandlungen, da muß, glaube ich, auch der Weg zu finden sein, der uns zum Ziele führt, daß alle diese Völker und Nationen, ob sie nun deutsch reden oder èechisch, sich zu einer gedeihlichen Arbeit zusammenfinden. (Souhlas a potlesk na levici.)