2. Øeè sen. K. Friedricha (viz str. 228 protokolu):

Hohes Haus! Wenn ich die Vorfälle in Elter und Asch bespreche, so muß ich von der Wurzel anfangen, von der Protestversammlung, die am 14. vormittags stattfand. In Eger hatte eine Protestversammlung des Mittelstandes stattgefunden gegen die Brot- und Mehlsteuerauflage, also eine sehr harmlose Protestversammlung. Ich wurde ersucht, dort zu sprechen, als ich schon am Schlusse meiner Ausführungen war, kam Militär von Elter, - es waren 2500 Mann, ganz bestimmt, - mit Musik gezogen. Gerade zur Versammlung, die am Marktplatz stattfand, dort, wo stets alle Versammlungen stattfinden. Und als nun die Musik gezogen kam und der Sprecher dadurch gestört wurde, ging der Bürgermeister von Elter mit einem Stadtrat der Truppe entgegen und ersuchte den Offizier, er möchte die Musik abstellen, es sei hier eine Volksversammlung, wo Volksvertreter sprechen. Nachdem die Menge dies sah. (Hluk.) und die Musik nicht gleich abgestellt wurde, kam eine gewisse Erregung in diese - ich wiederhole ganz harmlose Versammlung und es wurde Pfui gerufen und andere derartige Ausrufe, die ich selbst gehört habe. Das Militär stellte die Musik ab, es wurde ein Gasse gebildet und durch diese enge Gasse von 300 oder 400 Teilnehmern, - der Herr Ministerpräsident sagt, es waren 500, marschierten diese 2500 bis 3000 Mann. Ich hörte selbst einigemal Pfuirufen. Alles andere, das bei dieser Versammlung geschehen sein soll, was beleidigen oder weiter provozieren könnte, habe ich nicht gesehen und von niemandem gehört, daß es geschehen sei. Ich habe noch von niemandem gehört, der beweisen könnte, daß bei dieser Versammlung auf die Soldaten gespuckt wurde. Ich habe keinen Beweis. Ich habe mich selbst orientiert und habe überall herumgefragt und habe überall gehört, ich weiß nichts davon, daß gespuckt wurde, es kann nicht sein. Ich habe gehört, daß bei dieser Versammlung, wie der Herr Ministerpräsident erklärt hat, den Soldaten die Gewehre entrissen worden seien. Ich bitte, hochverehrtes Haus, zu überlegen, dort stehen 3 bis 400 Menschen, darunter Frauen, aus allen möglichen Ständen und es ziehen 2500 bis 3000 Schwerbewaffnete, in voller Rüstung befindliche Soldaten durch, und von dieser Versammlung soll jemand versucht haben, den Soldaten die Gewehre zu entreißen! Das kann ja doch auf der ganzen Welt niemand glauben. Es gibt aber jemanden, der daran geglaubt hat. Der hat aber Ursache, dies zu tun. Es haben einige Führer der sozialdemokratischen Arbeiterschaft in Eger selbst festgestellt, sie glauben daran, daß dies geschehen ist. Da muß ich nun bemerken, daß diese Herren meiner Ansicht nach nicht die Meinung des Volkes aussprechen, sondern, daß diese Herren eben ihre eigene Meinung aussprechen. Denn wer die Szenen gesehen hat, die sich in diesen Tagen dort abgespielt haben, der kann unmöglich sagen, daß die sozialdemokratische Menge eine derartige Meinung hegen kann, wie ihre Führer dort zum Ausdrucke gebracht haben. In der Nach! erfolgte dann der Denkmalsturz u. zw. in folgender Weise. Es schlichen sich um ¾1 Uhr nachts ca. 2 bis 300 èechische Soldaten auf den um diese Zeit ganz leeren Marktplatz und sperrten sämtliche Seitenassen ab, einige gingen zum Josefsdenkmal und warfen es herunter. Sie schraubten der Figur einen Arm ab, sie wollten auch den Kopf abschrauben, was ihnen aber nicht gelungen ist. Sie scheinen befürchtet zu haben, daß sich Leute ansammeln, - bis jetzt war überhaupt niemand anwesend. Sie nahmen so den einen Arm mit und verschwanden in eine Gasse gegen die Kasernen zu. Auf dem Rückwege ereignete sieh, daß sie einem Herrn begegneten, der aus einem Fischereiklub nach Hause ging, einem Staatsbeamten, der absolut unbeteiligt an jener Sache ist - es war noch gar kein Auflauf zu dieser Zeit - den schlugen sie blutig, schlugen ihm ein Auge aus, sodaß er jetzt noch liegt, am ganzen Körper blau, und er weiß überhaupt nicht, wie er dazu kommt, so geprügelt zu werden. Das geschah in der Nacht. Der Bevölkerung hatte sich eine ungeheure Aufregung bemächtigt, es wurde Sturm geläutet von allen Glocken, nicht vielleicht, daß das jemand bestellt hätte, nein, man weiß heute nicht, wer überhaupt damit angefangen hat. Es gingen die Leute selbst in die Kirchen, läuteten Sturm, geweint wurde auf den Straßen, die Szenen beim Denkmal, man möchte es kaum glauben, einige von der Gegenseite werden vielleicht sagen, sie begreifen es nicht, daß man um ein Josefsdenkmal das machen kann. Es ist eine ganz natürliche Stimmung. Ich werde das später entwickeln. Es bedeutet für uns vielmehr, als ein Denkmal überhaupt ist. Die Aufregung war und ist nicht gemacht. Beim Denkmal dort habe ich Arbeiter und Leute stehen gesehen, welche mit erhobenen Händen gesprochen haben. Also dahin sind wir gekommen, soweit ist es mit uns gekommen, was sollen wir jetzt machen! Da zitterte den Leuten die Stimme vor Aufregung. Naturgemäß wollten sie sofort gegen die Kaserne gehen, die Soldaten herausholen, und ich war es, der die Leute damals davon zurückhielt. (Mistopøedseda Kadlèák pøevzal pøedsednictvi.) Es wurde dann noch in der Nacht bei der Bezirkshauptmannschaft, selbstverständlich beim Stadtamte, sowie mit dem Stationskommando verhandelt und gesprochen. Ich kann mitteilen, daß nach dem, was ich in der Nacht erhoben habe, diese ganze Sache gegen und ohne Wissen der Bezirkshauptmannschaft, ohne Wissen der militärischen Führer und gegen diese militärischen Fühler geschehen ist. So versicherten alle Organe, welche damit zu tun hatten. Es ist begreiflich, daß bei einer Menschenmenge, welche in der Nacht, bei einem Glockengeläute, bei Trompetengeblase zusammenkommt, die Erregung immer größer geworden ist. Was dort geschehen ist, das ist wohl eine Sache, dis wir im ganzen auf Einzelheiten zurückführen müssen, auf die Stimmung, einzelner Personen. Das Hauptprinzip war, die Menge wollte gegen die Kaserne gehen und wollte das ganze Militär angreifen, Zweifellos, das Prinzip war da, was die anderen Organe getan haben, wo die Menge herumgezogen ist, da und dort Tafeln abgerissen, geschimpft und geschrieen hat, das ist wohl selbstverständlich. Wer will eine solche Menge besänftigen, wer eine solche Menge beeinflussen, zumal es überhaupt nicht möglich war zu sehen, wo was geschieht? So kam es auch, daß eine Gruppe - und das waren durchwegs junge Leute - zur Schule gegangen ist, und in der Schule, wie man sagt, plündert hat. Ich werde Ihnen sagen, was geplündert wurde. Es ist zum Lachen, wenn von Plündern gesprochen wird, denn es ist zum Plündern nichts da gewesen, und die Mobilien stehen noch gerade so da, wie früher. Die Bezirkshauptmannschaft hat diese Schule photographiert im beschädigten Zustande, diese Photographien übernommen und diese Bilder muß die Regierung haben. Sie sind ja vorgelegt worden. Es kam dazu, daß einigen Mädeln am nächsten Tage die Zöpfe abgeschnitten wurden, das ist eine Sache der Leute untereinander. Davon wußte niemand, das war schon stundenlang vorüber, da hat man erst davon gehört, daß man den Mädeln, weil sie mit èechischen Soldaten verkehrten, die Zöpfe abgeschnitten hat. Das sind aber durchaus vereinzelte Fälle, die bei Volksaufläufen vorkommen können, das sind Sachen, die sich aus der Erregung ergeben und die noch keine weiteren Schlüsse gestatten. Das Denkmal wurde sofort in der Nacht wieder aufgerichtet. Dadurch wurde momentan die Ruhe bedeutend leichter wieder hergestellt und es kam dann am nächsten Tage zu einer Beratung, nach der es hieß, die Legionäre gäben nicht nach, sie würden das Denkmal sofort wieder stürzen. Die Verhandlungen mit den Offizieren haben stets ergeben, - und das konstatiere ich immer wieder, - daß sie den Einfluß auf ihre Leute nicht haben, daß sie nicht imstande sind, gegen sie disziplinäre Mittel anzuwenden. Sie stehen diesen Dingen machtlos gegenüber. Das habe ich stets konstatiert. Am deutlichsten zeigte es sich an diesem Tage. Es kamen Leute aus der Kaserne, die die Nachricht brachten, was die Legionäre und die Soldaten mit einander darin machten. Es hieß, am Nachmittag werden sie ganz bestimmt ausrücken und die Stadt räumen, weil selbstverständlich die ganze Stadt voll von Leuten war, die von allen. Seiten herbeigeströmt waren und die Sache mitmachen wollten. Sie wollten nun die Stadt räumen. Das wurde vom Stationskommando verboten. Eine Kompagnie rückte gegen das Kommando vom Flugplatze her in die Stadt hinein, setzte ihre Offiziere ab und unternahm einen Zug durch die Stadt. Ich war selbst Zeuge, wie die Bezirkshauptmannschaft angerufen wurde mit der Nachricht, daß Legionäre in die Stadt kämen, welche den Befehlen nicht Folge leisten. Sie hatten den Befehl, rückwärts um die Stadt herum auf den Flugplatz zurückzumarschieren. Das haben sie aber nicht getan, haben vielmehr einen Demonstrationszug in die Stadt unternommen, von dem niemand wußte, ob er wieder auf das Denkmal gehe oder nicht. Ich selbst war dabei mit dem Abg. Mayer. Wir haben den Marktplatz einfach räumen lassen, damit es nicht zu Zusammenstößen komme. Die Soldaten marschierten wie zum Spott durch die Stadt und zeigten sich der Bevölkerung, als wollten sie sagen: »Wir können uns das leisten, wer aufmuckt, gegen den wird natürlich sofort eingeschritten werden.« So ist der Tatbestand. Es ist bis heute noch nicht festgestellt, ob die Legionäre die Gnade haben werden, das Denkmal stehen zu lassen, oder ob sie wieder daran gehen werden, es zu stürzen.

Viel schlimmer, viel bedrohlicher sind die Vorgänge gewesen, die sich in Asch abgespielt haben. Auch in Asch wurde in der Nacht das Denkmal, um ca. 1 Uhr, von den Legionären gestürzt. Sofort wurde durch Sturmläuten- und Signale der Feuerwehr alarmiert. Gleichzeitig wurden aber auch schon in den Straßen von Asch die Schüsse der Legionäre offenbar zu dem Zwecke abgegeben, die Bevölkerung von dem Schauplatz der Tat wenigstens bis zu ihrer Vollendung fern zu halten. Sobald dort die Soldaten das Denkmal umgeworfen hatten, zogen sie sich sofort zurück und ergriffen die Fluch. Als aber die Bürgerschaft daran ging, das Denkmal wieder aufzustellen, wurde die Menge insbesondere dadurch gereizt, daß noch immer, fortgesetzt, aus den Seitengassen Schüsse der Legionäre fielen. Und so oft man aus der Entfernung eines Soldaten ansichtig wurde, stieg natürlich die Empörung der Menge. Am schlimmsten war es beim Hause, wo der Statthaltereirat von Asch namens Ulm wohnt. Bei dieser Villa waren zwei Gendarmen postiert, und der Statthaltereirat ließ sich unbegreiflicher Weise mitten in der Nacht eine Militärpatrouille zu seinem Schutze zur Villa kommen. Diese Soldaten waren es, welche einfach sofort in die Menge ohne Grund, ohne allen Grund hineinschossen. Dort waren natürlich auch sofort Tote und von dort ist eine Unzahl von Verletzten weggetragen worden. An einer anderen Stelle kehrten sich, etwa 20 Schritte von der Menge entfernt, 3 Soldaten um, feuerten trotz dringenden Abratens der Gendarmerie, ohne weiters mehrere Schüsse auf die Menge ab, und ohne sich weiter um die Wirkung des Feuers zu kümmern, schritten sie eiligst die Kaiserstraße hinab und gaben in der Nähe der Villa, in welcher sich die 2 Gendarmen befinden, wiederum ohne einen Befehl dazu erhalten zu haben, in die angesammelten Leute zahlreiche Schüsse ab. Die Wirkung war furchtbar. Einer der Getroffenen blieb in der Nähe des Schützenhauses tot liegen, 2 andere wurden lebensgefährlich verletzt, außer dem sind, wie festgestellt wurde, anfangs 16 und wie später festgestellt wurde, mindestens 33 Personen u. zw. ganz erheblich verletzt worden. Wie erst nachträglich bekannt wurde, sind auch vor dem Sturz des Denkmals Leute, die sich in der Kaiserstraße zeigten, durch eine ziellose und regellose Schießerei verwundet worden. Es ist zum Beispiel festgestellt worden und es ist bedauerlich, daß niemand von den èechischen Herren hier ist, daß von den Herren sich niemand anhört, in die Zeitung kommt es auch nicht, und ich sehe eben, welches Prinzip bei der ganzen Sache herrscht - also, ein 76jähriger Mann hörte läuten. Er dachte, es brenne, und geht hinaus, beim Bezirksgericht vorbei. Aus mindestens 100 Schritt Entfernung schießen die Solldaten auf ihn und verletzen dieser alten Mann, schießen ihn durch ein Bein durch. Sie sehen, wie diese Leute vorgehen. Ich werde die Sache ja noch des weiteren ausführen. Ich wiederhole: seitens des Kommandanten ausdrücklich erteilte Befehle, daß die Soldaten in ihren Ubikationen zu verbleiben haben, wurden natürlich nicht beachtet. Ich habe weiter noch zu sagen. Die Legionäre mißachteten jeden Befehl des Kommandanten. Bevor sie den Sturz des Denkmales unternahmen, und nach demselben, schossen die Soldaffen auf jede einzelne Person, die sie auf der Straße erblickten, wie auf Hasen. Sie haben sich direkt eine Hetz daraus gemacht, wie jemand über die Straße lief, sofort haben sie geschossen. Auch in die Fenster gaben sie Schüsse ab. Im ganzen sind mindestens 500 Schüsse gefallen. Es wurde festgestellt, daß die Legionäre das ist das Furchtbarste - auch Dum-Dum-Geschoße verwendet haben. Die ärztliche Untersuchung hat festgestellt, daß der sehr schwer verletzte Bäckermeister Schindler durch ein Dum-Dum-geschoß verwundet worden ist. Der eine Fuß ist ihm ganz in Fetzen zerrissen worden. Der Unglückliche hatte außerdem einen Bauchschuß, so daß eine Rettung selbstverständlich unmöglich war. Die Obduktion fand statt und es wurde zunächst festgestellt, daß die Schüsse aus größerer Entfernung abgegeben sein müssen, woraus hervorgeht, daß die Behauptung der Soldaten, sie seien umzingelt und bedrängt worden, nicht wahr ist. Es ist ferner festgestellt, daß die Legionäre tatsächlich Dum-Dum-Geschoße verwendeten. Der gefallene Bäckermeister Schindler hat drei Schüsse erhalten. Einer zerriß ihm, wie gesagt, den Fuß, Brust und Hüftenschuß zeigten Einschußöffnungen von der Größe einer halben Hand. Diese fruchtbaren Verwundungen konnten nur durch Dum-Dum-Kugeln verursacht worden sein. Es wurde übrigens an jenen Stellen, wo feuernde Soldaten standen, ein Magazin gefunden in dem sich nebst abgeschossenen auch eine geladene Patrone fand, deren Geschoß an der Spitze abgefeilt und abgeschnitten war. Dieses Beweisstück erliegt beim Bezirksgericht Asch.

Das ist, verehrte Anwesende, einfach der richtige Tatbestand, wie er sich abgewickelt hat. Zu dem Tatbestand gestatte ich mir noch zu bemerken. Warum bestehen wir auf diesen Josefdenkmälern? Ich erkläre, daß wir in den Josefdenkmälern noch niemals den Habsburger gesehen haben und auch nicht darin sehen Wir haben keine Ursache, den Habsburger zu verehren. Josef war einfach der erste österreichische Fürst, der dem Volke seine Freiheit gab und für uns ist das bei dem Josefdenkmal die Hauptsache. Für uns bedeutet das Stehen dieser Denkmäler nichts anderes als: Haben wir in diesem Staate noch ein Recht oder haben wir in diesem Staate kein Recht? Es ist uns zum Symbol dieser Frage geworden, denn jeder Mann hat doch das Recht, sich auf seinem Grund und Borden aufzustellen, was er will, wenn er zur Zeit der Aufstellung die vorgeschriebenen Vorschriften beachtet. Diese Denkmäler sind nun vorschriftsmäßig aufgestellt und bestehen schon so lange. Es hat also kein Mensch ein Recht, ein derartiges Denkmal anzurühren. Das hat auch der Herr Ministerpräsident ausdrücklich in der Poslanecká erklärt, dort liegt die Beantwortung, Drucksache 886, worin er ausdrücklich erklärt, es gebe kein Recht, solche Denkmäler anzurühren. Und nun, wenn sie sieh in den Gedankengang eines Deutschen hineindenken, wenn er die èechischen Soldaten sieht, - die èechischen Soldaten sind doch unsere Mitbürger, - wie sie beharrlich darauf bestehen, daß diese Denkmäler gegen a les Recht weg müssen und wenn sie dabei so weit gehen, auch noch Mitbürger zu verwunden und umzubringen, wo wir Bewohner des rein deutschen Egerlandes und auch von Asch es überhaupt nicht fassen können, warum wir in einem o rein deutschen Gebiete eine so riesige èechische Garnison haben müssen, - zur Aufrechthaltung der Ordnung benötigen wir diese Garnison nicht, - wir haben dort unsere Sicherheitsorgane seit jeher gehabt und sind von ihnen beschützt worden und sind mit ihnen vollständig zufrieden, es kann also die Garnison nur den Zweck haben, uns den Charakter einer gemischtsprachigen Gegend aufzudrängen, das Deutschtum dort zurückzudrängen und zu schädigen, was sich schon bei den nächsten Gemeindewahlen fühlbar machen wird, weil 3000 Mann Garnison schon einen Ausschlag geben, - so ist es erklärlich, daß die Bewohnerschaft der Garnison natürlich nicht mit großer Sympathie gegenüber steht. Und wenn Sie nun die Vorgeschichte der Sache in Betracht ziehen, wenn Sie die Märzfälle vom Jahre 1919 in Erwägung ziehen, wo die Garnison mehrere Personen in einer Weise erschossen hat, über die schon damals gesprochen wurde und die einfach unverantwortlich ist., wenn Sie erwägen, daß sich die Offiziere und Mannschaften der Garnison in einer für eine deutsche Stadt entschieden demonstrativen Weise benommen haben, wenn Sie den Sieger herausgekehrten und spielen, was für die Einwohnerschaft unbedingt beleidigend sein muß, so können Sie ermessen, welche Gefühl ein der Bevölkerung entstehen, wenn sich diese Leute nun über das Denkmal machen und daselbe vom Sockel herunterstürzen wollen.

Jetzt aber weiter zum Tatbestand, wie die ganze Sachlage, die sich hiebei abgespielt hat, von diesen unseren Peinigern auch noch ausgebeutet wird, um sich weiteren Verfolgungen zu entziehen. Es wird in raffinierter Weise konstruiert, wir sind die Schuldigen, das deutsche Volk dort, und nicht die armen gereizten Legionäre! Ich komme darauf zurück, daß bei der Protestversammlung gespuckt worden sein soll, was niemand von der Bürgerschaft bezeugen kann und wird, was durch Protokoll festgestellt sein soll, man soll ihnen die Waffen abgenommen haben, das alles ist von mir schon vorher widerlegt worden. Beachten Sie weiter. Am 16. November schon wurden in Prag die Kinder herumgeführt, welche in der èechischen Schule, in der Komenskýschule, in Eger verprügelt und verletzt worden sein sollen. Man greift sich an den Kopf! Ich selbst bin dort gewesen, ich konstatiere, es ist überhaupt kein Kind in der Schule gewesen, es ist nie ein Kind in Eger angegriffen worden und es kann daher keine verletzten Kinder geben. Diese ganze Schulangelegenheit geht zurück auf einen Lehrer, den Bohumil Janda in Eger. Nehmen Sie die Vorgeschichte dieser Schule. Die Errichtung einer èehischen Schule in Eger war kein Kulturbedürfnis, es sind höchstens 8 bis 10 èechische Kinder vorhanden, die Schule wird jetzt von ca 50 Kindern besucht, von welchen mindestens 40 Deutsche sind welch letztere nur deshalb in die Schule gehen, weil sie Benefizien erhalten. Sie bekommen Mittagsessen und ich weiß nicht, was noch für andere Sachen, oder, weil die Eltern irgend ein Benefiz bekommen, müssen die Kinder hingeschickt werden. Diese Schule muß daher als reine Trutzschule angesehen werden. Zuerst war sie in der Kaserne untergebracht und kam dann in das Forstschulgebäude. Durch den sogenannten Unterricht, ich betone das ausdrücklich, der fast ausschließlich im Einlernen èechischer Lieder bestand, da ja die deutschen Kinder kein Wort èechisch können und dem Unterricht nicht folgen können, wurde der Unterricht in der Forstschule gestört. Die Forstschule verlangt, daß dort die Schule herauskommt, und es gelingt. Schließlich wird die Schule dann in das Rudolfinum verlegt das ist das Schulhaus wo die deutschen Schulen sind, u. zw. in Lok abtäten, die von den Lehrern, von diesem Hetzapostel Bohumil Janda und einem Kaplan, der nicht mehr in Eger ist ausdrücklich als gut befunden wurden. Herr Lehrer Bohumil Janda kann es aber nicht ertragen, wenn er keine Gelegenheit hat, gegen andere zu letzen oder zu schüren. A konto dessen verfangt er wieder in die Forstschule s kommen. Er möchte wieder das ganze Haus der Forstschule haben und die Deutschen sollen schauen, daß sie wo anders hinkommen. Es ist unglaublich, wenn Sic solche Sachen in einer deutschen Stadt sehen. Überlegen Sie sichs doch einmal, was das heißt! Da soll jemand eine Freude haben an einer selchen Schule? leas ist doch ganz unmöglich. Man muß doch schließlich nicht versessen, daß der Friedensvertrags uns zwar vorschreibt, daß wir èsl. Staatsbürger sein müssen oder werden müssen daß er uns aber nicht vorschreibt daß wir Èechen werden müssen. Es besteht daher kein Recht, in einer rein deutschen Gegend èechische Schulen unter allen Umständen durch einen Hetzapparat zu gründen, damit dort eine èechische Minorität konstruiert werden kann, welche absolut keine Berechtigung hat. Und wenn sich dann die Bevölkerung darüber ärgert und sich beleidigt fühlt, so heißt es, sie provoziere. Bitte sich in diesen Gedankengang des friedlichsten Deutschen hinein zu denken, ob Sie dann sagen können, daß das ein erträglicher Zustand ist. Man darf sich also nicht wundern, wenn sich der Groll einer Bevölkerung nach dem Denkmalsturz auch gegen diese Schule gewendet und geäußert hat. Diese Äußerung war, glaube ich, ganz harmlos. Der Schule ist sehr wenig geschehen. Sie hatte an Lehrmitteln lediglich einige billige Wandtafeln und Abbildungen von Hus, glaube ich, und Masaryk, sowie einige Hefte der èechischen Zeitschrift »Zlatá Praha« und einige Schulhefte und èechische Schulbücher. Diese wurden bei der Gelegenheit - ich betone das ausdrücklich - von unmündigen Jungen, die dort diese. Dinge bedangen haben, zerrissen und zerstreut. Der ranze dadurch angerichtete Schaden ist nach dem heutigen Preis höchstens einige hundert Kronen. Das ist die berühmte èechische Komenský-Schule, und diese Schule hat den Anlaß gegeben zu den furchtbaren Ereignissen, die sich hier in Prag abgespielt haben.

Wenn Sie das erwägen verehrte Herren, wie also die Garnison und die Schule einen heiz in dieser Gegend bilden, und wenn Sie erwägen, wie diese Vorkommnisse vom den dortigen Agitatoren ausgewertet wurden, denn meines Wissens werden ja doch auch einige Agitatoren beim Militär sein, weil sehr viele Leute dort sich uni so etwas gar nicht kümmern würden, so frage ich. Können so, wie hier gehandelt wurde, können Mitbürger so gegen Mitbürger handeln? Welchen Schluß muß ein Deut scher aus diesen Vorkommnissen ziehen? Wir müssen den Schluß ziehen: Wir sind für diese èechischen Hetzorgane nicht Mitbürger, möchte ich sagen für die sind wir ein Objekt des grimmigsten Hasses. Die behandeln uns so, wie eine eroberte Kolonie von wilden Barbaren, mit denen sie treiben können, was sie wollen, von denen sie verlangen können, was sie wollen. Wir müssen doch den letzten Rest von Vertrauen verlieren, daß es überhaupt nach möglich sein wird, in diesem Staate zu leben, wenn es so fortgeht. Bitte sich einmal vorzustellen, was geschehen würde, wenn die Deutschen in Èaslau oder Tábor eine Schule gründen würden unter den Umständen, wie in Eger eine gegründet wurde, oder wenn deutsches Militär ein dem èechischen Volke wertvolles Denkmal stürzen und gar vielleicht in die wehrlose Menge schießen würde. Ich garantiere, noch in derselben Nacht würden sämtliche Atentäter aus den Betten geholt und gelyncht werden, so wie es auch schon geschehen ist! Es wurden mir von militärischer Weise über die Legionäre, bezw. die Täter, ich weiß nicht, sind es Legionäre oder Demobilisierte, es ist eigentlich kein Unterschied, über die Mentalität dieser Täter Mitteilungen gemacht. Es wurde gesagt, ein Legionär, der 6 Jahre in Sibirien war, hat eine andere Denkungsart als die anderen Menschen. Er kann keine Erinnerung an die Habsburger, die ihn so lange bedrückten, sehen, das verträgt er nicht. Deshalb müssen diese Denkmäler weg. Ich gestatte mir, das i Erinnerung zu bringen, vor allem, meine ich, haben die Èechen viel weniger Ursache, den Habsburgern gram zu sein, als wir, denn wir sind ja dabei die Eingegangenen. Wenn ein Legionär dieser Anschauung ist und so weit geht, daß er der Anschauung ist, er bann sich über das Gesetz hinwegsetzen, und wenn die Belehrungen nicht genügen, um ihn auf den Weg der Vernuft zurückzuführen, so bin ich der Ansicht, daß er geistig nicht normal ist, und wenn er geistig nicht normal ist, ja, so kann ihm doch das nicht das Recht geben, sich über Recht und Gesetz hinauszusetzen! Es bleiben ihm verschiedene Auswege übrig. Der einfachste Weg wäre der, wenn es mir irgendwo nicht gefällt, so packe ich zusammen und gehe wo anders hin. Das wäre das Einfachste. Oder es bleibt ihm noch ein zweiter Weg übrig, das ist, er wendet sich an die gesetzgebende Körperschaft und verlangt von dieser, daß ein Gesetz geschaffen werde, welches seinem Wunsche Rechnung, trägt, nämlich ein Gesetz, daß alle diese Denkmäler abgeschafft werden müssen. Nun, verehrte Herren, ich glaube nicht, daß, wenn jemand ein solches Gesetz in Vorschlag bringt, die Regierung, daß wirkliche Vertreter, daß berufene Vertreter des èechischen Volkes ein solches Gesetz beschließen werden. Ich bin der Ansicht, daß in Europa ja vielmehr Völker sind, als das èechische Volk allein, welche ganz andere Anschauungen über den Wert von Kunst- und historischen Denkmälern haben, wenn ich richtig eingeschätzt habe, so glaube ich, daß die Majorität der berufenen èechischen Volksvertreter niemals ein Gesetz unterschreiben und beschließen wird, das derartige Denkmäler einfach vom Erdboden verschwinden läßt. Bei uns Deutschen ist es anders, wir haben eine andere Mentalität. Uns fällt es gar nicht ein, wenn einem anderen sein Denkmal wert ist oder nur von besonderem Interesse, um Gottes Willen, was liegt daran, ich laß ihm doch! Selbst wenn er ein Feind wäre, so liegt nichts daran. Noch vielmehr aber, wenn ich den Punkt betonen will, hätte ein Sieger, wenn sich schon jemand als Sieger fühlt oder fühlen mag oder sich einbildet, sich als Sieger fühlen zu können, die Pflicht, das Feingefühl des anderen nicht zu verletzen, wenn es sich ihn um einen Bürger, um einen Mitbürger handelt. Es gibt ganz gewiß unter den Legionären auch viele, welche Geschichte kennen und welche ihre Kameraden belehren könnten. Aber, verehrte Herren, um das handelt es sich ihnen nicht, hier handelt es sich darum, daß diejenigen, welche die Denkmäler stürzen, nur eine Idee verfolgen, sie wollen ihre Macht zeigen und sie wollen sich als Sieger fühlen und das Gefühl eines Siegers um jeden Preis auch durchsetzen, koste es, was es wolle. Ja, es bildet sich in der Bevölkerung nach den Vorgängern in Eger und Asch immer mehr die feste Überzeugung, daß es allen diesen Leuten darum gehe, die Bevölkerung zu einer unüberlegten Tat herauszureizen, um dann von der Waffe Gebrauch machen zu können und: sie dann ordentlich niederzudrücken, sagen zu können, jetzt sind wir mit den Hunden ganz fertig! So ist der Gedankengag. Es ist das eine sehr harte Meinung, aber, verehrtes hohes Haus, wenn wir sehen, wie vorgegangen wurde, wenn wir den Schwindel mit den Kindern und alles andere sehen und sehen, wie alles umgedreht und alles gemacht wird, dann müssen Sie verzeihen, wenn man zu einer solchen Ansicht kommt und eine solche Ansicht auch aussprechen muß. Denn besonders die Vorfälle in Asch bestätigen diese Ansicht, denn dort ist aus reinem Übermut das Blut von Bürgern vergossen worden. Ich war bei dem Begräbnis dieser Opfer, habe erzählen hören, - wenn drei Särge da stehen, lügen die Leute nicht. Wenn Sie heute in einer èechischen Gegend ein solches Begräbnis hätten, ich möchte sehen, was von èechischer Seite gesagt würde. Diejenigen, die eine solche Tat begehen, stellen sich immer extra, die sehen das gewöhnliche Leben nicht, sie sind in ihren wilden Gedankengängen. Wenn nur die Deutschen schon hin wären. Man sollte uns alle totschießen, wie gelegentlich einer gesagt hat, dann sind wir weg. Es waren in Eger und in Asch hohe Offiziere, welche auf diejenigen, die Denkmäler stürzen, einwirken sollten, daß einigermaßen Ruhe werden könne. Ich habe von denselben erfahren, daß es noch nicht gelungen ist, ihren Einfluß auf dieselben auszuüben. Es geht aber aus diesen Aussagen unzweideutig hervor, daß man diejenigen, welche die Denkmäler stürzten, bereits genau kennt. Und ich frage nun, ist es eines Rechtsstaates würdig, daß diese Täter noch nicht entwaffnet und der Bestrafung zugeführt worden sind? Gilt bei uns das Strafgesetz nur gegen die deutschen Bürger? Nur durch Abziehung und Bestrafung der Schuldigen ist dort Ruhe zu schaffen, und die Regierung hat daher die Pflicht, dies sofort durchzuführen. Kann es in einem solchen Falle ein Verhandeln zum den Schuldigen geben, wie ich, gesehen habe, daß ein General mit den Schuldigen, mit den Verbrechern verhandelt, ob sie Ruhe geben werden, statt daß die Schuldigen zur Rechtfertigung gezogen werden? Die Regierung hat die Pflicht, Recht und Gesetz zu schützen, und wenn sie es selbst nicht kann, dann soll sie uns Waffen geben und wir werden uns sofort diesen Schutz verschaffen. Mit dem, was bisher geschehen ist, gewinnt man eben die Liebe und Zuneigung der Mitbürger nicht, und wenn i in diesem Staate leben sollen, so müssen wir doch so viel Vertrauen haben, daß das Gesetz für und gegen jederman gilt und daß auch wir einen Rechtschutz genießen. Wir müssen aber auch das Vertrauen haben, daß man uns um unser Recht nicht mit Gewalt bringen wir, und daher haben wir die Forderung aufgestellt, man solle die èechische Garnison von Eger entfernen, damit nicht bei Wahlen und durch Einflußnahme in jeder Beziehung die dortige rein deutsche Bevölkerung künstlich verèecht und künstlich eitre Minorität geschaffen wird, und darum haben wir die zweite Forderung aufgestellt, daß sofort dieser èechische Hetzapostel, dieser Lehrer in der Schule, den man auch - wie man sagt, ich kann das nicht beweisen als denjenigen betrachtet, der diese ganze Komödie mit den verbundenen und verbandagierten Kindern veranlaßte, entfernt wird. (Sen. Sokol: Nevìøte tomu, pane kolego, nebylo tomu tak, deti nebyly obvázány. O dìtech to nikdo neøiká, to jest omyl. - Výkøiky.) Ich verstehe leider nicht èechisch, ich kann nur sagen, was ich gesehen habe.

Es ist ja nicht so schwer, dort Ruhe unter der Bevölkerung zu schaffen! Man braucht nur diesen èechischen Lehrer zu entfernen, und ich stelle an die Regierung ausdrücklich die Forderung, daß dieser Lehrer sofort von dort abgezogen wird. Muß die Schule wirklich sein, hat die Regierung wirklich ein so großes Interesse daran, künstlich dort eine Schule zu halten, dann soll man wenigstens jemanden dorthin versetzen, der sich so verhält, daß er wenigstens das Vertrauen eines anständigen Mannes verdient, von dem man nicht zu erwarten braucht, daß er heimlich etwas anstellt, was die ganze Bevölkerung nur aufreizt und Unfrieden schafft.

Wenn ich zusammenfasse, so komme ich zu folgendem Schlusse. In Eger und Asch haben effektiv die Soldaten gemeutert, haben Mitbürger tödlich verletzt. Das sind doch lauter Verbrechen. Und trotz der Aufforderung unsererseits und trotz aller Versprechungen der Regierung andererseits ist bisher überhaupt noch gar nichts geschehen, um gegen die Täter nach Vorschrift der Gesetze einzuschreiten. Im Gegenteil. Wir sehen einen General verhandeln und ich hörte denselben sagen, was hier von besonderem Interesse ist die Legionäre sind jetzt noch in einer etwas kriegerischen Stimmung, in einer Art Kriegspsychose, sie werden aber gewiß einen gesunden Körper zur Kontrolle der Vorgänge im Staate abgeben. Andererseits liest man in den Zeitungen, daß die Legionäre selbstständig Forderungen aufstellen. Ich erwähne nur die eine Forderung, wo es heißt: wir w erden in jeder Stadt, wo die Deutschen irgendwie provozieren, uns selbst unsere Ordnung schaffen. Das ist die ausdrückliche Forderung, die sie aufgestellt haben. Es besteht also, hohes Haus, eine die jeweilige Regierung kontrollierende Nebenregierung, eine Nebenregierung, welche stärker ist, als die Regierung, und wenn dies wirklich so ist, dann hat der Staat aufgehört ein Rechtsstaat zu sein. Dann herrscht eben Revolution. Denn wenn die Regierung nicht mehr die Macht hat, erstens ihre Meinung, zweitens Recht und Gesetz durchzuführen, dann herrscht in dem Staate Revolution und ich mache darauf aufmerksam, daß in einem solchen Staate jeder machen kann, wozu er eben dis Macht hat. Wohin muß das führen? Ich bitte, treiben Sie das Egerland und treiben Sie die Deutschen nicht zur Verzweiflung! Ich sage nur das Eine Knechtschaft vertragen wir nicht! (Souhlas a potlesk nìm. senátorù.)