Pøíloha

k tìsnopisecké zpráve o 117. schùzi senátu Národního shromá¾dìní republiky Èeskoslovenské

v Praze v úterý dne 10. listopadu 1931.

Øeè sen. Pilze.

Hohes Haus! Ich will einige Worte über den kommenden Krieg verlieren, welcher sich jetzt nicht nur vorbereitet, sondern bereits im Gange ist und welcher auch uns als èechoslovakisches Proletariat angeht. Wir sehen jetzt das grandiose Schauspiel, daß die Japaner die Mandschurei besetzt haben, ein Stück viel größer als Deutschland, daß sie bereits 40 Städte, darunter die Hauptstadt Mukden besetzt haben, und daß das Ziel dieser japanischen Imperialisten die Besetzung der ostchinesischen Bahn ist, welche zu gleichen Teilen China und Rußland gehört. Dort tobte bereits, im Jahre 1929 ein Krieg, der damals von der russischen Arbeiterklasse zurückgewiesen wurde. Wenn jemand glaubt, daß der Krieg in der Mandschurei gegen Tschankaischek geht, irrt er sich gewaltig. Der ganze Krieg ist nichts anderes als ein Kampf gegen das, große chinesische Proletariat mit dem Endziel der Intervention gegen die Sowjetunion. Das ganze Ziel besteht darin, mit Hilfe dieser Besetzung der Mandschurei das chinesische Proletariat niederzuringen und gänzlich kampfunfähig zu machen, weil sich gegenwärtig in China die Revolution entwickelt und in Mittelchina bereits auf einem Stück, das anderthalbmal so groß ist wie Deutschland, 60 Millionen chinesische Bauern und Kulis sich ihr sozialistisches Haus aufbauen. Man will verhindern, daß die große Masse der chinesischen Proletarier dort ihre Macht ausbaut und so will man beizeiten die Betätigung des chinesischen Proletariats im Blut erstikken. Die erste Etappe ist vorüber. Trotzdem der Völkerbund alle Wochen Sitzungen hält und dort der chinesische und der japanische Gesandte vom Frieden schwärmen, donnern in der Mandschurei die Kanonen und der letzte Ton der Friedensschalmei sind die Bomben, welche Dörfer und Städte einäschern. So ein Spiel wird heute vom Völkerbund getrieben, welcher ruhig zusieht, wie man das chinesische Proletariat in der Mandschurei hinmordet und in Ruhe den großen imperialistischen Krieg vorbereitet. Ich erinnere daran, daß schon vor 2 Jahren der japanische General und damalige Ministerpräsident Danako ausdrücklich erklärte: >Wenn wir China haben wollen, müssen wir erst Amerika niederringen, dann müssen wir die Mongolei und Mandschurei niederringen, damit wir noch weiter vorstoßen können.< Es handelt sich um die Gewinnung des ganzen Gebietes des Stillen Ozeans. Das Ziel ist weiters auf die Philippinen gerichtet, die heute von Amerika beherrscht sind, dann auf den malayischen Archipel, auf Samoa und Haiti, und das Endziel des imperialistischen Krieges ist noch Australien. Heute geht man nun daran, dieses Ziel zu verwirklichen, und der Beginn ist die heutige Intervention. Japan will der Beherrscher des Stillen Ozeans sein, deswegen ist es auch begreiflich, daß Amerika so ungeheuer rüstet, daß es Kriegsschiffe baut; trotzdem das sogenannte Feierjahr der Rüstungen eingeschoben werden soll, baut Amerika jetzt 12 große neue Kriegsschiffe, 20 Unterseeboote usw. Es ist notwendig vom amerikanischen Standpunkte aus, daß es rüstet, aber um das zu bewerkstelligen, braucht man eine ungeheuere Beeinflussung des Auslandes und deshalb hetzt die ganze bürgerliche Presse nicht gegen Japan, sondern die Haupthetze wendet sich gegen die Sowjetunion, weil das Ziel darauf gerichtet ist, zuerst die Sowjetunion niederzuringen, um freies Spiel zu bekommen. Japan will sich den Stillen Ozean aneignen, um das große Rußland den anderen imperialistischen Haifischen zur Aufteilung zu überlassen. So ist es geplant. Der ganze Imperialismus, besonders Amerika, Frankreich und England werden alles daransetzen, sich an der zukünftigen Aufteilung der Welt zu beteiligen. Ich glaube, das Spiel, welches von 1914 bis 1918 gespielt wurde, ist nur ein Pappenstiel dagegen, was sich vorbereitet. Wir dürfen nur in die bürgerliche Presse hineinsehen, was hier mitunter für Kombinationen aufgestellt werden; man weiß ganz genau, um was es sich handelt. Der Völkerbund sagte vor 14 Tagen, daß bis zum 16. November Japan die Mandschurei geräumt haben muß. Dieser Beschluß wurde mit allen Stimmen gegen die Stimme des japanischen Gesandten gefaßt. Das bedeutet, daß dieser Beschluß nichts gilt, denn im Völkerbunde ist es so, daß ein Beschluß, der nicht einheitlich. gefaßt wird, keine Gültigkeit hat. So macht man sich die Sache leicht. So wird man einfach die Mandschurei aufteilen und dann wird man einen Einheitsbeschluß über die Aufteilung herbeiführen, der hat dann Gültigkeit. Eine solche Komödie spielt heute der Völkerbund. Er will ein Friedensinstrument sein, in Wirklichkeit ist er der Vorbereiter des neuen Weltkrieges. Aber eine besondere Rolle spielt dabei die Zweite Internationale. Diese hat vor einigen Wochen einen Protest erlassen dagegen, daß drei Provinzen von den Japanern vergewaltigt werden, usw. Darüber schreibt auch das französische Parteiorgan: Moskau ist ganz desorientiert, ist durch die Intervention von Japan überrascht, es weiß nicht, wie es sich aus dieser Situation herausdrehen soll, die es selber geschaffen hat. Rußland hat angeblich diese Situation geschaffen, damit ist gemeint, daß es im Jahre 1929 die Ostchinabahn nicht hergegeben hat. Vor 14 Tagen hat die japanische Regierung eine Note an die russische Regierung zu richten sich erlaubt, ob sie an ihren Grenzen Truppen zusammenzieht. Der japanische Räuber, der bereits 50 Städte besetzt hat, fragt an, ob Rußland auf seinem Staatsterritorium Truppen zusammengezogen hat. Eine größere Frechheit kann es doch wohl nicht mehr geben, als gegen einen Nachbarstaat so eine Anfrage zu richten. Aber Rußland hat kurz und bündig geantwortet, in einem einzigen Satz; es denke nicht daran, einen Fußbreit fremden Landes zu besetzen, es sei ihm dies noch niemals eingefallen seit den 14 Jahren des Bestandes der Sowjetunion, aber es werde auch nicht dulden, daß ein Fußbreit proletarischen Gebietes von fremden Räubern besetzt oder überfallen wird. Gegenwärtig ist in der Mandschurei die Zivilverwaltung eingeführt, japanfreundliche Beamten wurden eingesetzt. Das ganze Wirtschaftsleben steht still, Hunderttausende, Millionen Arbeiter in der Mandschurei sind arbeitslos, das ganze Land ist überschwemmt von Truppen, Geheimpolizisten, Gendarmerie usw., gleichzeitig sehen wir dort eine Katastrophe vor sich gehen, nicht nur in der Mandschurei, sondern auch in China, wo durch große Überschwemmungen Millionen von Menschen zum Tode verurteilt sind. Man wird fragen: was haben die Überschwemmungen in China mit Imperialismus und Kapitalismus zu tun? Wir wissen es genau, daß seit den letzten 50 Jahren die imperialistischen Räuber und auch die chinesischen Imperialisten selbst Raubbau getrieben haben, ganze Wälder abgeholzt, viele tausend Joch Wald geschlagen haben, die Flüsse wurden nicht reguliert und so erleben wir eine Katastrophe, wie sie die ganze Erde noch nicht erlebt hat, Überschwemmungen auf Hunderten von Kilometern Landes, so daß schon Millionen Menschen und Vieh zugrundegegangen sind. An diesen Überschwemmungen sind zum großen Teil die Kapitalisten schuld, welche imstande gewesen wären, die Dämme instand zu halten, so daß die Überschwemmung vielleicht nur den halben Schaden angerichtet hätte.

Wir sehen, daß alle Staaten bestrebt sind, Japan freies Spiel zu lassen, daß sie bestrebt sind, so schnell als möglich das chinesische Proletariat niederzuringen, um dann vereint gegen die Sowjetunion und das gesamte Proletariat der Welt vorzugehen und ein Blutbad anzurichten, wie es die Geschichte der Menschheit noch nicht erlebt hat. Was ist unsere Aufgabe? Auch wir als èechoslovakisches Proletariat sind daran interessiert. Wir wissen, daß vor zwei Jahren auch die Èechoslovakei eine ganze. Schiffsladung Munition nach China geliefert hat, wir wissen, daß nicht nur die chinesischen Arbeiter und Bauern die Aufgabe haben, ihre eigene Bourgeoisie zu schlagen, sondern unsere Aufgabe ist, in den anderen Ländern unter Führung der kommunistischen Partei die eigene Bourgeoisie zu schlagen, sie zu zwingen, vom Kriege abzulassen, unsere Aufgabe ist, den Kriegsvorbereitungen der Bourgeoisie den größten Widerstand entgegenzusetzen. Wir sehen auch bereits, was für Mittel schon heute angewendet werden, um das Proletariat kampfunfähig zu machen. Wir haben vor einigen Wochen gelesen, daß der Gewerkschaftssekretär Ruegg, ein Schweizer, zum Tode und seine Frau zu lebenslänglichem Kerker verurteilt wurden, nur deshalb, weil er der Sekretär der Gewerkschaften des Stillen Ozeants ist, nur weil er der Führer des Proletariats am Stillen Ozean ist. Unsere Aufgabe ist es, diesen imperialistischen Mördern in den Arm zu fallen, um das Todesurteil zu verhindern. Wir sehen, mit welchen brutalen Mitteln begonnen wird, alle Vertrauensmänner des Proletariats unschädlich zu machen, um dann den frischfröhlichen Krieg gegen das chinesiche Proletariat zu beginnen. Unsere Aufgabe ist es, eine Massenbewegung in allen Ländern der Welt zu erzeugen, um das chinesische Proletariat zu unterstützen, unsere Aufgabe ist es auch, den Kampf gegen die II. Internationale zu organisieren, welche ruhig alles geschehen läßt, was dort geschieht. Unsere Aufgabe ist, den Kampf gegen den Völkerbund zu führen, welcher nur eine Filiale für die Kriegsvorbereitungen ist, und den Kampf gegeri die Bourgeoisie in allen Ländern. Das wird das einzige Mittel sein, um den Krieg zu verhindern. Sollte es aber nicht möglich sein, den Krieg zu verhindern, welcher mit Riesenschritten vorbereitet wird, dann werden wir das Proletariat auffordern, von dieser Tribüne aus, alles daran zu setzen, um auf der ganzen Linie den Bürgerkrieg zu entfesseln, um auf diese Weise dem zusammenbrechenden Imperialismus den Todesstoß zu versetzen.
(Potlesk komunistických senátorù.)